Aktuelles

 
 

Ein Gespräch mit Nils Franke, Autor der Urtext Primo-Reihe

  • Was ist die Urtext Primo-Reihe?
  • Urtext Primo ist für Klavierschüler, Klavierlehrer und Liebhaber der Klaviermusik gedacht. Jedes Heft vereint drei verschiedene Komponisten, die durch bestimmte Aspekte miteinander in Beziehung stehen. Band 2 zum Beispiel enthält Werke von Haydn, Mozart und Cimarosa, alle drei schrieben ihre Klavierwerke in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Band 4 vereint Werke von Schumann, Brahms und Theodor Kirchner, die sowohl persönlich als auch stilistisch miteinander in Verbindung stehen.

  • Was sind die Besonderheiten von Urtext Primo?
  • Jedes Heft enthält Stücke unterschiedlicher technischer und musikalischer Ansprüche in einem überschaubaren Schwierigkeitsrahmen, der in der Entwicklung eines Schülers etwa zwei bis drei Jahre Unterricht abdeckt. Während dieser Zeit können die Schüler immer wieder auf diese Bände zurückgreifen. Die Anschaffung lohnt sich daher unmittelbar. Jedes Heft innerhalb der Reihe enthält spezielle Informationen zur Aufführungspraxis sowie Spiel- und Übetipps. Gemeinsam ist allen Bänden die Kombination von Werken des Standard-Repertoires mit weniger bekannten Stücken. Dies vermittelt den Benutzern einerseits den Zugang zu bekannten Werken großer Komponisten, andererseits die Gelegenheit ebenso interessante Stücke aus einem weniger eingeführten Repertoire kennen und spielen zu lernen.

  • Wie sollen Schüler und Lehrer diese Sammlung benutzen?
  • Dies kann auf ganz unterschiedliche Weise geschehen. Zum Beispiel im Sinne einer fortlaufenden Reihe, die man von Zeit zu Zeit um einen Band erweitert. Dadurch können sich Schüler und Lehrer ihre persönliche Bibliothek wichtiger Unterrichtsliteratur aufbauen. Die Bände bald unter dem einen, bald unter einem anderen Aspekt heranzuziehen, kann ebenso sinnvoll sein. Händels Prelude aus HWV 437 kann beispielsweise zur Entwicklung eines artikulierten Spiels verwendet werden, es kann als wirkungsvolles Vortragsstück aber auch zur Entfaltung improvisatorischer Fähigkeiten eines Spielers dienen.Überhaupt können viele der Stücke zu unterschiedlichen Zwecken benutzt werden, je nach dem entsprechenden Lernziel.

  • Welche Überraschungen im Repertoire hält die Serie für Lehrer und Schüler bereit?
  • Eine ganze Menge! Händels Klavierwerke etwa sind großartige Musik, auch wenn sie im Unterricht bislang noch seltener Verwendung finden als sie sollten. Die Stücke sind sehr klaviergemäß geschrieben. Als Komponisten braucht man Händel zwar nicht vorzustellen, aber nur wenige seiner Klavierwerke sind Bestandteil des eingeführten Unterrichtsrepertoires. Cimarosas Sonaten in Band 2 sind erstaunlich gute Musik. Sucht man kurze, individuelle, einprägsame und geistreiche Stücke, so sind diese Werke genau richtig. Und die Reihe hat noch mehr von dieser Art zu bieten.

  • Gibt es persönliche Lieblingsstücke in den bereits veröffentlichten Bänden?
  • Nun, das ist eine schwierige Frage. Ich denke zum Beispiel an Händels Prelude in G HWV 442 mit seiner Kühnheit (dabei ist es für junge Spieler relativ leicht zu bewältigen), an Scarlattis Sonate K. 95 mit ihren übergreifenden Händen, an Haydns Andante in A Hob. I:53/II mit seiner musikalischen Vielfalt oder an Cimarosas Sonate C. 68 mit ihrem unmittelbar ansprechenden Reiz. Aber dies sind sehr persönliche Vorlieben. Viele Schüler und Lehrer mögen andere Stücke bevorzugen aus ebenso triftigen Gründen.

  • Wie soll die Reihe ausgebaut werden?
  • Insgesamt soll die Reihe ein Repertoire vom 18. bis zum 20. Jahrhundert umfassen und damit ein breites Spektrum abdecken als Basis eines sinnvoll angelegten Klavierunterrichts. Die Idee dabei ist, nicht nach einem starren Schema vorzugehen. Vielmehr sollen nach überschaubaren Schwierigkeitsstufen eingeteilte Stücke angeboten werden, die für Schüler und Lehrer eine individuelle Gestaltung des Unterrichts erlauben. Als jemand, der seit vielen Jahren Klavier unterrichtet und seit 15 Jahren in der Ausbildung von Klavierlehrern tätig ist, habe ich immer wieder die Erfahrung gemacht, wie wichtig Kenntnis und Auswahl von Repertoire sind. Musik zu finden, die die Fantasie des Spielers anregt, ist ausschlaggebend für das Lernen und den Lernerfolg eines Schülers im Klavierunterricht..

  • Was sind die nächsten Bände?
  • Die Auswahl für Band 3 steht bereits fest und Band 4 ist weitgehend konzipiert. Im Hinblick auf weitere Bände durchforste ich zurzeit Unterrichtsliteratur aus dem mittleren bis späteren 19. Jahrhundert. Einmal abgesehen von der Annehmlichkeit, ein immer größeres Repertoire kennenzulernen, erstaunt mich immer wieder die Vielfalt der musikalischen Einfälle. Und unter 10 bis 15 Stücken findet sich immer ein ganz besonderes; hervorragendes Material zur Fortsetzung der Urtext Primo-Reihe! Die nächsten Bände der Serie können also mit Spannung erwartet werden.


     

    Die Urtext Primo-Reihe der Wiener Urtext Edition

    Ziel der mehrbändigen Serie ist es, junge Pianisten nach dem erfolgreichen Studium einer Klavierschule, im weiterführenden Klavierunterricht zu begleiten. Gleich im ersten Band wird Ihnen und Ihrem Schüler von drei Komponisten das neue Urtext Primo Konzept vorgestellt!

  • Leichte Originalwerke für Klavier
  • Musikalisch und spieltechnisch abwechslungsreiches Repertoire
  • In eng gefasstem Schwierigkeitsrahmen, erlernbar innerhalb von ca. 2 Jahren nach dem Studium einer Klavierschule
  • Mit Spiel- und Übetipps
  • Mit der neuen Urtext Primo-Reihe will die Wiener Urtext Edition die Lücke schließen, die sich nach dem Studium einer Klavierschule beim Übergang zu einem weiterführenden Unterricht ergibt.
    Ausgehend von einem Spielniveau, das mit Stücken wie Bachs Menuett in G (BWV Anh. 116), Mozarts Menuett in F (KV 5) oder Schumanns Wilder Reiter (op. 68/8) umrissen ist, werden für jedes Heft der Urtext Primo-Reihe Werke von drei verschiedenen Komponisten ausgewählt mit dem Ziel, Klavierschülern (oder auch erwachsenen Wiedereinsteigern) eine Bandbreite von Repertoirestücken anzubieten, anhand derer sie ihre technischen und musikalischen Fertigkeiten weiterentwickeln können.
    Der Schwierigkeitsrahmen der Stücke ist relativ eng gefasst, um den Band über einen Zeitraum von ca. zwei Jahren kontinuierlich verwenden zu können. Darin unterscheidet sich das Urtext Primo Konzept von nahezu allen üblichen Sammelalben. Bei der Repertoireauswahl werden einerseits Stücke des klassichen Unterrichtskanons berücksichtigt, andererseits aber auch weniger bekannte Werke, deren Relevanz für den Klavierunterricht keineswegs geringer ist.
    Die Urtext Primo-Bände erscheinen im international anerkannten Standard der Wiener Urtext-Ausgaben. Die jedem Heft beigefügten Erläuterungen sollen dazu beitragen, musikalisch-stilistische, musikgeschichtliche und klavierspezifische Kenntnisse zu vertiefen. Eine Repertoire Tabelle am Ende eines jeden Heftes gibt einen groben Schwierigkeitsüberblick über die zusammengestellten Stücke.


      40 Jahre Wiener Urtext Edition – Ein Verlag im besten Alter

    40 Jahre wissenschaftlich, 40 Jahre kritisch, 40 Jahre praxisnah, 40 Jahre authentisch – und mit jedem Jahr noch besser!

    Seit ihrer Gründung im Jahre 1972 als Tochter der Verlage Universal Edition und B. Schott’s Söhne (heute: Schott Music) hat sich die Wiener Urtext Edition mit ihren hervorragend recherchierten und edierten Ausgaben als zukunftsweisender Verlag für wissenschaftlich fundierte, aufführungspraktisch informative und praxisgerechte Urtextausgaben etabliert.

    Von Musikern, Pädagogen, Wissenschaftlern und Musikliebhabern gleichermaßen geschätzt, genießt die Wiener Urtext Edition den Status als Garant für einen zuverlässigen Urtext in praxisgerecht eingerichteten Ausgaben mit gut lesbarem Notenbild, erprobten Wendestellen, augenfreundlichem Notenpapier und hochwertiger Verarbeitung. Das Repertoire erstreckt sich mittlerweile auf die wichtigen Werke vom Barock bis hinein ins 20. Jahrhundert.

    Dass sich der ursprüngliche Klavierschwerpunkt im Laufe der Zeit auch hin zur Bläser- und Streicherliteratur geöffnet hat, stellt nicht nur eine Bereicherung des Verlagsprogramms dar, sondern auch ein Eingehen auf den zunehmenden Kundenwunsch nach zuverlässigen Urtext-Ausgaben jenseits der Grenzen des Klavierrepertoires. So gehören Debussys Syrinx oder Reineckes Undine-Sonate inzwischen ebenso zum Wiener-Urtext-Katalog wie Bachs Violoncello Suiten oder Schumanns Violinsonaten.

    Immer wieder erschließen Ausgaben der Wiener Urtext Edition auch interessante Bereiche abseits ausgetretener Pfade des Standardrepertoires, so etwa Franz Xaver Richters Sonaten für Flöte, Cembalo (Klavier) und Violoncello ad libitum, die Sonaten für Violoncello und Klavier von Carl Reinecke oder die Orgelwerke Carl Philipp Emanuel Bachs.

    Manche Neuentdeckung zu bereits bekanntem Repertoire wurde in Ausgaben der Wiener Urtext Edition erstmals für die Praxis bereitgestellt, so etwa die sog. Bozner Sonate von Joseph Haydn oder das Albumblatt Ahnung von Robert Schumann.

    Neben der Repertoire-Erschließung ist der pädagogische Gedanke der Heranführung junger Musiker an das authentische Musizieren ein großes Anliegen des Verlages. Das Clavierbüchlein der Anna Magdalena Bach, Bachs Inventionen oder Schumanns Album für die Jugend finden sich im Einsteiger-Katalog ebenso wie Chopins Leichteste Préludes oder die Wege zu Franz Liszt. Ein besonderer Akzent wurde mit der Expedition Klavier gesetzt, die mit Begleit-CD anekdotenreich und plastisch in die Praxis des Klavierspiels einführt und von der Kritik höchstes Lob erfahren durfte.

    Zahlreiche Broschüren wie etwa Mozart – Lebensstationen im Spiegel seiner Klaviermusik oder Große Komponisten im Klavierunterricht ermöglichen mit ansprechend aufbereiteten Informationen und „Kostproben“ zum Spielen ein erstes musikalisches und historisches „Beschnuppern“ der verschiedensten Themen. Diese finden Sie unter Broschüren im PDF Format


      Revisionen alter Ausgaben am Beispiel Mozart

    Der Wiener Urtext Edition kommt es jedoch nicht nur auf eine stetige Erweiterung des Kataloges, sondern auch auf die Aktualität ihrer Ausgaben an.

    Wenn etwa unverhofft neue Quellen zu einem Werk auftauchen, wird eine bestehende Wiener Urtext-Ausgabe an diesen überprüft und, wenn nötig, revidiert. Manchmal kann dabei ein seit Jahrhunderten falsch gespielter Ton berichtigt werden, oder es tauchen aufführungspraktisch bedeutende Varianten auf. Hin und wieder bringt ein solcher Fund auch grundlegend neue Erkenntnisse zum Schaffen eines Komponisten.

    Als 1990 das Autograph der c-Moll-Sonate (KV 457)) von Mozart wieder zum Vorschein kam, wurden damit zwei zusätzliche Fassungen des langsamen Satzes bekannt, die tiefe Einblicke in Mozarts Verzierungspraxis zuließen und auch auf die Textgestaltung anderer Werke Mozarts rückwirkten. Dies nahm die Wiener Urtext Edition zum Anlass, nicht nur die c-Moll-Sonate, sondern ihre Ausgabe sämtlicher Klaviersonaten Mozarts und noch weiterer Klavierwerke dieses Komponisten zu revidieren. In ihrer neuen Ausgabe der c-Moll-Sonate machte die Wiener Urtext Edition die drei Fassungen des Adagios erstmals der Spielpraxis zugänglich.


      Neuerscheinungen

    Von der Vielseitigkeit des Repertoires zeugen auch die Wiener Urtext-Neuerscheinungen dieses Frühjahrs.

    Die beiden großen Einzelwerke für Klavier, Rondo capriccioso und Variations sérieuses, von Felix Mendelssohn Bartholdy erweitern das Standardrepertoire für den fortgeschrittenen Pianisten. Beide Ausgaben warten mit einem sorgfältig recherchierten Urtext auf, der nicht davor zurückschreckt, problematische Textstellen transparent zu machen. Ausgiebige Textinformationen machen die Neuausgaben ebenso zu einer wertvollen Grundlage für das Werkstudium wie ein übersichtliches Notenbild mit zum Teil optimierten Wendestellen.

    Telemanns Sonaten für zwei Flöten op. 2 (TWV 40:101–106) sprechen ins Besondere den Schüler und Liebhaber an und laden mit ihrer komfortablen Seitenaufteilung und Ausklappseiten zu einem entspannten Musizieren ein. Die auf historischen Quellen basierenden Hinweise zur Interpretation regen zum spielerischen Experimentieren mit Verzierungen und Artikulationsmöglichkeiten an.

    Vivaldis Sonaten für Violine und Basso continuo op. Sonaten für Violine und Basso continuo op. 22 zählen zu den bedeutendsten kammermusikalischen Kompositionen für Violine zwischen Corelli und Bach. Die Neuausgabe, die neben der bekannten Ausgabe von Roger (Amsterdam 1711) auch den venezianischen Erstdruck von 1709 als Quelle heranzieht, kommt zu einem wesentlich zuverlässigeren und authentischeren Notentext, durch ein klares Notenbild und geschickte Seitenaufteilungen gehören Lese- und Wendeprobleme der Vergangenheit an – optimale Voraussetzungen, sich diesen vielseitigen Werken abseits der ausgetretenen Repertoirepfade neu zu widmen.

    Und schließlich komplettiert der mit Spannung erwartete 2. Band der Orgelwerke Carl Philipp Emanuel Bachs, der das Preludio in D-Dur, Fugen (Nr. 5 mit Fantasie), Choralbearbeitungen und 30 Flötenuhrstücke (Stücke für Spieluhren) enthält, das Gesamtwerk des zweitältesten Bach-Sohnes für die Orgel. Der Notentext der kaum in autorisierten Quellen überlieferten Werke stützt sich auf eine breite Quellenbasis, aus denen der Urtext durch akribischen Vergleich herausdestilliert werden konnte. Die Interpretationshinweise geben mit zahlreichen Beispielen fundierte Anregungen zur stilgerechten Darbietung.




    zurück