Telemann Gedenkjahr 2017

Georg Philipp Telemann

Georg Philipp Telemann, geb. am 14. März 1681 in Magdeburg, war eine der berühmtesten Musikerpersönlichkeiten seiner Zeit. Zu Lebzeiten übertraf sein Ruhm denjenigen von Johann Sebastian Bach (1685–1750), zu dem er in freundschaftlicher, ja familiärer Verbindung stand; 1714 wurde er Pate von Bachs zweitältestem Sohn Carl Philipp Emanuel.

Als Komponist, Kapellmeister, Konzertveranstalter und Verleger wirkte Telemann in nahezu allen wichtigen Sparten des Musiklebens. Seine bedeutendsten Lebenstationen waren Leipzig, Eisenach, Frankfurt am Main und vor allem Hamburg, wo er 46 Jahre bis zu seinem Tod am 25. Juni 1767 tätig war. Telemanns musikalisches Schaffen reicht von der Oper über Kirchenmusik bis hin zu größer besetzten Instrumentalwerken und Kammermusik, von Kompositionen zu repräsentativen Anlässen bis zu Werken zum häuslichen Musizieren, teilweise mit pädagogischen Intentionen.

Zum 250-jährigen Gedächtnis von Telemanns Tod 2017 legt die Wiener Urtext Edition zwei kammermusikalische Werke des Komponisten vor: die 12 Fantasien für Violine solo (TWV 40:14–25) und die von Telemann Solo genannte Sonate für Flöte (Traversflöte) und Basso continuo aus seinem schon seinerzeit weit verbreiteten Instrumentalzyklus Tafelmusik / Musique de Table (TWV 41:h4). Letztere ergänzt die bereits seit Längerem im Katalog der Wiener Urtext Edition vorhandenen Flötenwerke Telemanns, die Violinfantasien bilden das Pendant zu den 12 Fantasien für Flöte solo (TWV 40:2–13) und als solche ein Kompendium von Stilen und Gattungen der Epoche. Kurz, prägnant und individuell gestaltet, sind sie mit ihrem Reichtum an Erfindung eine Fundgrube für „Kenner und Liebhaber“ von hohem künstlerischen und didaktischem Wert. Sie bilden gleichsam einen Gegenentwurf zu J. S. Bachs monumentalen Violinsoli (UT50255).

12 Fantasien für Violine solo

12 Fantasien für Violine solo

Telemanns Fantasien für Violine solo bilden ebenso wie dessen Fantasien für Flöte solo eine vielfältige Sammlung von zwölf Stücken. Sie folgen jeweils zur Hälfte dem Modell der Sonata da chiesa und der Sonata da camera. In diesem Rahmen breitet Telemann eine Fülle von stilistischen Gestaltungsmöglichkeiten seiner Zeit aus, die die Sammlung zu einem umfassenden Kompendium der Violinmusik des ausgehenden Barock machen.

Sonate für Flöte und Basso continuo

Sonate für Flöte und Basso continuo

Telemanns Sonate (Solo) für Traversflöte und Basso continuo entstammt der 1733 erschienenen „Tafelmusik“, einem der bedeutendsten Instrumentalzyklen des Spätbarock. Die markanten Themen der Sonate scheinen G. Fr. Händel so beeindruckt zu haben, dass er sie in seinem Orgelkonzert Nr. 15 in d-Moll wieder aufgegriffen hat. Die Ausgabe folgt strikt dem von Telemann selbst herausgegebenen Erstdruck, wodurch etliche Fehler späterer Ausgaben korrigiert werden konnten.

12 Fantasien für Flöte solo

Diese Ausgabe folgt dem vom Komponisten im Selbstverlag veröffentlichten Erstdruck und bereinigt den Notentext von den wenigen offensichtlichen Fehlern. Der beigefügte Kritische Bericht gibt Auskunft über Unklarheiten der Quelle. Über Fragen von Autorschaft und Echtheit sowie über die Eigenart der Kompositionen informiert das Vorwort. Instruktive Anregungen zur Aufführungspraxis und zum stilgerechten Umgang mit dem Notensatz bieten die Hinweise zur Interpretation von Mirjam Nastasi. Die auf Abhandlungen des 18. Jahrhunderts (Quantz, Hotteterre u.a.) basierenden Ausführungen vermitteln nicht nur werkspezifische, sondern auch grundlegende Aspekte barocken Flötenspiels, an denen heute kein Flötist mehr vorbeikommt.

Sechs Sonaten für 2 Querflöten (Violinen)

Georg Philipp Telemanns sechs Sonaten für zwei Querflöten von 1726, auch bekannt als Flötenduette op. 2, sind bereits vom Komponisten zwei jugendlichen Musikliebhabern gewidmet und sprechen damit explizit einen Kreis von Schülern und Liebhabern an. Die Stücke fördern die Fähigkeit zur musikalischen Gestaltung ebenso wie eine spielerische Musizierfreude und eignen sich damit hervorragend für den Unterricht. Die Sonaten sind alternativ auch auf zwei Violinen ausführbar. Die neue Ausgabe der Wiener Urtext Edition stützt sich auf Telemanns Originaldruck sowie zwei weitere frühe Ausgaben, die Einblicke in die zeitgenössische Verzierungspraxis gewähren. Anregungen zur stilgerechten Darbietung bieten zudem die Interpretationshinweise von Susanne Schrage. Das Notenbild der Neuausgabe ist übersichtlich gestaltet, Wendestellen innerhalb einzelner Sätze sind durch Ausklappseiten vermieden. Damit steht eine optimale Grundlage nicht nur zu historisch informiertem Spiel, sondern auch zu entspanntem Musizieren bereit.

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